Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!
Ich war im Studio und habe mit dem fetten Gespensterorchester geil Musik gemacht. Dabei sind ein paar hotte Trax entstanden, wie man unter uns Jugendlichen sagt. Wir schreiben unter unsere Briefe ja auch gerne „Greetz“ oder auch mal unverbindlich „Love“.
Musik ist nicht so unverbindlich, was hier klingt, ist auch so gemeint, denn: Keine Musik ist so groß wie meine Gefühle! Deswegen brauche ich ja auch eine Big-Band mit vier Trompeten, fünf Saxophonen und einem Quartett Jazzposaunen. Und ein spätromantisches Sinfonieorchester mit hundert Streichern. Mit Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotten, einem Haufen Hörnern, Posaunen, Pauken und Harfen. Das schreibt die Süddeutsche: „Bei einer derart ausufernden Instrumentierung denkt der Rezensent an Star-Wars und Richard Wagner. Trotzdem erweist sich der Scheibe-Sound als griffig, sexy und geheimnisvoll.“ Genau, mein Freund! Magic und easy, deep und hot. Musik, die aus dem ganzen Körper kommt, mitsamt seinem Geist und aus den schmutzigen Tiefen der Seele, die die ganze Welt mitnimmt und nur ein Ziel hat: Höschen! Jawohl, Höschenmusik. Unseriös und triebhaft. Rausch und Verlangen. Lasziv wimmernde Flöten und notgeil tropfende Celli verkleben sich mit ekstatisch vor Leidenschaft brüllenden Posaunenchören im schweißnassen Sud der Begierde. Die Geißel der Wollust entzündet sich peitschend im Zauberklang des Gespensterorchesters.
Ich singe sehr wichtige Lieder über groteske menschliche Erscheinungsformen am Rande der zivilisierten Welt: Modebewusste Webdesigner, gewissenhafte Grundschullehrerinnen, verklemmte linke Vegetarier, mangelernährte Unterschichtler, verkokste Medienheinis und sprachverzerrte Eventmanagerinnen. Aber auch beleidigte Ausländer, leichtfertige Nationalsozialisten und profilneurotische Tangoschüler haben ihren Platz in meinem üppigem Werk. Die meisten Lieder handeln natürlich vom Gefühl. Der Ozean der Gefühle. Und die Liebe, das Begehren. Mann und Frau. Was gibt es Wichtigeres?
Ach sogenannte Coverversionen sind an Bord auf der Geileere der Leidenschaft: ausgewählte Blüten des großen Hit- und Schlagergartens werden so aufgeführt, wie sie eigentlich gemeint sind: Annett Louisans "Das Spiel", Tokio Hotels "Schrei", „Guten Tag“ von Wir sind Helden, Scooters „Hyper Hyper“ sowie ignorierte Schätze aus den Katalogen Roland Kaisers und Gunter Gabriels.
Bis bald, ich hoffe wir sehen uns auf einem meiner zahlreichen Konzerten, die hier in Kürze angekündigt werden,
Ihr Herr Scheibe, mit herzlichem Gruß.