SCHWARZES BRETT » Zeitgeisterbahn

  • Mark

    Mark Berlin

    Diskussion über das opernhafte Konzertspektakel.

    Diskussion über das opernhafte Konzertspektakel.

  • Ulrich Birtel

    Ulrich Birtel Freiburg

    Hallo sehr geehrter Herr Scheibe, vor ein paar Wochen war ich mit meiner Familie in dem wunderbaren Stück „Zeitgeisterbahn“. Das hat mich schwer beeindruckt und als Vater sehr angerührt. Wenn man sich vorstellt, dass seine Kinder so empfinden mögen, dann macht das betroffen. Dazu die mitreisende Inszenierung und das engagierte Spiel, alles sehr gelungen. Über den Inhalt und wie weit die Kinder die melancholischen und zynischen Interpretationen voll mittragen oder gar „missbraucht“ werden habe ich schon viel und noch nicht erschöpfend diskutiert. Nur leider kann ich aus der Erinnerung nicht mehr sicher die Texte zitieren und z.B. habe ich den Rap nur bruchstückhaft verstanden. Gibt es diese Songtexte irgendwo zum nachlesen? Gab es ein Programmheft? Und! wird es weitere Aufführungen geben?

    Hallo sehr geehrter Herr Scheibe, vor ein paar Wochen war ich mit meiner Familie in dem wunderbaren Stück „Zeitgeisterbahn“. Das hat mich schwer beeindruckt und als Vater sehr angerührt. Wenn man sich vorstellt, dass seine Kinder so empfinden mögen, dann macht das betroffen. Dazu die mitreisende Inszenierung und das engagierte Spiel, alles sehr gelungen. Über den Inhalt und wie weit die Kinder die melancholischen und zynischen Interpretationen voll mittragen oder gar „missbraucht“ werden habe ich schon viel und noch nicht erschöpfend diskutiert. Nur leider kann ich aus der Erinnerung nicht mehr sicher die Texte zitieren und z.B. habe ich den Rap nur bruchstückhaft verstanden. Gibt es diese Songtexte irgendwo zum nachlesen? Gab es ein Programmheft? Und! wird es weitere Aufführungen geben?

  • Ulrich Birtel

    Ulrich Birtel Freiburg

    Lieber Herr Scheibe, herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort aus dem nächtlchen Berlin. Es ist wunderbar sich die Texte noch mal durchlesen zu können. Wie Sie sehen beschäftigt mich das Thema noch immer, wohl auch weil meine Kinder den „Ponyhof Freiburg“ schon verlassen haben und sich angesichts erwachsener Lebensumstände die Fragen nach Sinn und Unsinn unseres Lebens stellen. Wie waren denn die jungen KünsterInnen mit der Umsetzung des Inputs zufrieden? Fanden sie sich darin wieder, gab es Diskussionen über die Figuren und deren Aussagen? Sie müssen wissen, ich kenne hier viele Heilpädagoginnen, die „Lonley Luisa“ nicht so selbtbewusst erleben, wie Ihre Tarantino-Version. – Wie gesagt: wunderbarer Diskussions- und Nachdenkstoff. Vielen Dank dafür!! Beste Grüße aus Freiburg – Ulrich Birtel

    Lieber Herr Scheibe, herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort aus dem nächtlchen Berlin. Es ist wunderbar sich die Texte noch mal durchlesen zu können. Wie Sie sehen beschäftigt mich das Thema noch immer, wohl auch weil meine Kinder den „Ponyhof Freiburg“ schon verlassen haben und sich angesichts erwachsener Lebensumstände die Fragen nach Sinn und Unsinn unseres Lebens stellen. Wie waren denn die jungen KünsterInnen mit der Umsetzung des Inputs zufrieden? Fanden sie sich darin wieder, gab es Diskussionen über die Figuren und deren Aussagen? Sie müssen wissen, ich kenne hier viele Heilpädagoginnen, die „Lonley Luisa“ nicht so selbtbewusst erleben, wie Ihre Tarantino-Version. – Wie gesagt: wunderbarer Diskussions- und Nachdenkstoff. Vielen Dank dafür!! Beste Grüße aus Freiburg – Ulrich Birtel

  • Mark

    Mark Berlin

    Lieber Herr Birtel, danke für die vorzüglichen Worte, ich freue mich sehr über Ihre Beschreibung und bin glücklich, Sie mit meiner Arbeit erreichen zu können. Zynismus aber ist mir fremd und auch Missbrauch will ich nicht betreiben. Das ganze Libretto ist hier: theater.freiburg.de/zeitgeisterbahn Für mich sind immer die Begegnungen mit den Darstellern die Quellen, aus denen die Musik sprudelt, die die Worte hervorbringen. Wenn es sprudelt, ist mein innerer Zensor still und die Kunst kann fließen. Wie die Singenden es fanden, die mich zu Beginn der Reise mit sehr beeindruckenden Briefen ausgestattet haben, sollen sie selbst sagen. Ich hoffe, hier bald etwas dazu zu lesen. Herzlicher Gruß und danke für den Diskussionsanstoß, Ihr Mark Scheibe.

    Lieber Herr Birtel,
    danke für die vorzüglichen Worte, ich freue mich sehr über Ihre Beschreibung und bin glücklich, Sie mit meiner Arbeit erreichen zu können. Zynismus aber ist mir fremd und auch Missbrauch will ich nicht betreiben. Das ganze Libretto ist hier:

    theater.freiburg.de/zeitgeisterbahn

    Für mich sind immer die Begegnungen mit den Darstellern die Quellen, aus denen die Musik sprudelt, die die Worte hervorbringen. Wenn es sprudelt, ist mein innerer Zensor still und die Kunst kann fließen. Wie die Singenden es fanden, die mich zu Beginn der Reise mit sehr beeindruckenden Briefen ausgestattet haben, sollen sie selbst sagen. Ich hoffe, hier bald etwas dazu zu lesen.

    Herzlicher Gruß und danke für den Diskussionsanstoß,
    Ihr
    Mark Scheibe.

  • Annika

    Annika Feiburg

    Hallo, Ich bin die Zeit. Zumindest durfte ich diese in der wundervollen Produktion von Mark Scheibe verkörpern. Ich gehöre zum älteren Teil der Bühneneroberer der Zeitgeisterbahn. Ich muss zugeben, dass ich große Erwartungen in die Umsetzung unserer Briefe gesetzt habe und zu Beginn der Probenphase sehr skeptisch gegenüber jener war. Zwar hörte man immer wider, wenn uns neue Texte erreichten, wie ein Raunen durch den Raum ging weil jemand seinen Brief darin wiedererkannt hatte, aber ich hielt die Texte zu diesem Zeitpunkt teilweise für stark überzeichnet. Das diese Meinung sich im Laufe der Probenphase geändert hat, liegt wohl an den Gedanken, die man sich macht, wenn man sich länger mit den Themen beschäftigt, und mehr die Botschaft hinter den Texten versteht. Zur Umsetzung meiner Rolle und deren doch sehr zynischen Aussage, kann ich sagen: Oh ja, es gab Disskusionsbedarf, besonders zum Thema der Darstellung meiner Aussage, hatten Mark Scheibe und ich teilweise etwas andere Ansichten. Schließlich war es aber gelungen mir eine Umsetzung zu ermöglichen, in der ich mich nun äußerst wohl fühle und hinter der auch ich selbst völlig stehe. Die Aussage der Zeit, welche sich sträubt gegen die eingerosteten Ansichten und die Wichtigtuerei der Zeitgeister, war mir von Anfang an sehr sympatisch. Vermutlich vor allem, weil ich die Möglichkeit hatte mich direkt an der Aussage meiner Figur zu beteiligen und sie mitzuerschaffen mit meinen Ansichten und Gedanken. Ich denke auch die Rollen, bzw. die SängerInnen, der Zeitgeister hatten ähnliche Möglichkeiten ihre Figuren auf ihre persönlichen Gedanken und Charaktere anzupassen und sich so in der Rolle wiederzufinden. Insgesamt bin ich trotz langanhaltender Skepsis begeistert von dem Ergebnis der Produktion und die Aussagen jedes einzelnen Darstellers bringen mich zum Nachdenken, faszinieren und berühren mich nach jeder Vorstellung erneut.

    Hallo,
    Ich bin die Zeit.
    Zumindest durfte ich diese in der wundervollen Produktion von Mark Scheibe verkörpern.
    Ich gehöre zum älteren Teil der Bühneneroberer der Zeitgeisterbahn.
    Ich muss zugeben, dass ich große Erwartungen in die Umsetzung unserer Briefe gesetzt habe und zu Beginn der Probenphase sehr skeptisch gegenüber jener war. Zwar hörte man immer wider, wenn uns neue Texte erreichten, wie ein Raunen durch den Raum ging weil jemand seinen Brief darin wiedererkannt hatte, aber ich hielt die Texte zu diesem Zeitpunkt teilweise für stark überzeichnet. Das diese Meinung sich im Laufe der Probenphase geändert hat, liegt wohl an den Gedanken, die man sich macht, wenn man sich länger mit den Themen beschäftigt, und mehr die Botschaft hinter den Texten versteht.
    Zur Umsetzung meiner Rolle und deren doch sehr zynischen Aussage, kann ich sagen: Oh ja, es gab Disskusionsbedarf, besonders zum Thema der Darstellung meiner Aussage, hatten Mark Scheibe und ich teilweise etwas andere Ansichten. Schließlich war es aber gelungen mir eine Umsetzung zu ermöglichen, in der ich mich nun äußerst wohl fühle und hinter der auch ich selbst völlig stehe.
    Die Aussage der Zeit, welche sich sträubt gegen die eingerosteten Ansichten und die Wichtigtuerei der Zeitgeister, war mir von Anfang an sehr sympatisch. Vermutlich vor allem, weil ich die Möglichkeit hatte mich direkt an der Aussage meiner Figur zu beteiligen und sie mitzuerschaffen mit meinen Ansichten und Gedanken.
    Ich denke auch die Rollen, bzw. die SängerInnen, der Zeitgeister hatten ähnliche Möglichkeiten ihre Figuren auf ihre persönlichen Gedanken und Charaktere anzupassen und sich so in der Rolle wiederzufinden.
    Insgesamt bin ich trotz langanhaltender Skepsis begeistert von dem Ergebnis der Produktion und die Aussagen jedes einzelnen Darstellers bringen mich zum Nachdenken, faszinieren und berühren mich nach jeder Vorstellung erneut.

Add your message - It will be added as the newest post